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17.01.2022

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MOIA: Sonderaktionen und Ausweitung des Fahrgebietes

Das Pooling läuft nicht, also versucht man es mit Rabatten und Sahnestückchen


Bereits im Zuge des Genehmigungsverfahrens von MOIA Anfang 2018 hatten wir in unserer Stellungnahme an die Landeshauptstadt Hannover davor gewarnt, dass das MOIA-Konzept - eine Kombination von Pooling- und Mietwagenverkehren - ein, so wörtlich, „schwerer Eingriff in den Wettbewerb mit Rosinenpickerei“ ist. Gewarnt hatten wir auch davor, dass die Zulassung solcher Fahrzeugkapazitäten, „noch dazu durch einen finanzstarken Großkonzern, die Marktverhältnisse unmittelbar komplett verändern (würde). Marktverdrängung durch kapitalkräftige Konzerne zulasten von Kleinbetrieben ist nicht nur in anderen Bereichen der Wirtschaft bekannt und für diese Unternehmen ein probates Mittel, sondern auch im Personenverkehrsgewerbe.“ Genutzt haben die Bedenken wenig, zu groß war wohl der Druck wirtschaftlicher Interessen.
 
Was ist seit 2018 geschehen? MOIA hat den Verkehr aufgenommen, von einem durchschlagenden Erfolg wird wohl niemand ernsthaft sprechen wollen. Ein Blick in die meist gähnend leeren Fahrzeuge spricht Bände. Fahrten zu Großveranstaltungen, Komplett-Bestellungen oder speziellen Kunden(gruppen) scheint es zu geben, dies wäre dann die bereits erwähnte Rosinenpickerei. Ansonsten drängt sich dem Beobachter die Frage auf, wie ein derartiges Modell überhaupt so lange funktionieren kann. Nun, es ist die vom Mutterkonzern VW üppig mit Spielgeld gefüllte Kasse, da sie der Markteroberung dient, könnte man auch von Kriegskasse sprechen.
 
Wie ging es weiter? Corona hat bei MOIA auch zu einem lock down geführt, anders im Übrigen, als bei den „wirklich“ öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus, Bahn, Taxi oder Mietwagen. Und nun kommt MOIA langsam wieder aus der Versenkung hervor. Immerhin setzt MOIA mittlerweile auf Elektromobilität, nachdem man Monate um Monate mit Verbrennen Luft durch die Stadt transportiert hat. Doch immer noch nicht scheinen die Kunden massenhaft die Fahrzeuge besetzen zu wollen. Trotzdem hört man bei MOIA die Signale, nämlich die nach der Ausweitung des Fahrgebietes. Konsequent also, wenn man den vielfachen Kundenwünschen folgen möchte und das Fahrgebiet ausweiten will. Der Flughafen in Langenhagen und das Messegelände, zwei zwar derzeit coronabedingt keine wirklich attraktiven Relationen, perspektivisch aber lukrative Ziele, womit wir wieder bei der Rosinenpickerei wären. Und weil all dies noch nicht reicht, will MOIA seine (potentiellen) Kunden nun auch noch mit Rabatten locken. Und hier wären wir dann bei mytaxi/free now. Dieser Anbieter bedient sich zwar der am Markt befindlichen Taxis als Leistungserbringer, hat jedoch versucht, Kunden mit Rabatten auf seine Vermittlung-App zu locken.
 
Was im zweiten Schritt dabei herauskommt, kann man am Modell UBER in Amerika studieren. Erst sichern sich die Betreiber dieser Vermittlungsplattform eine große Marktmacht, wenn‘s gut läuft, werden sie quasi Monopolisten, und dann agieren sie nach eigenem Gutdünken.
 
Will Politik dieses Modell tatsächlich auch für unser Land? Manchmal könnte man den Eindruck haben, ja! Zumindest, wenn man den Bundesverkehrsminister mit seinen ständig neuen Anläufen gegen das PBefG beobachtet. Aber dieser Bundesverkehrsminister ist ja bekanntlich für manch andere Dinge ebenfalls gut. Möglicherweise gut 500 Millionen € könnte das Abenteuer Pkw-Maut am Ende den Steuerzahler kosten. Egal, ist ja nicht sein Geld, gehörte halt den Steuerzahlern. Von anderen Dingen in diesem Ministerium ganz zu schweigen.
 
Keine Frage, Mobilität wird und muss sich ändern. Dies bedeutet auch, dass neue Technologien Einzug halten. Ob es allerdings durch eine Zerstörung bewährter Strukturen erfolgt oder eine Evolution nicht doch der bessere Weg wäre, diese Frage sollte man zumindest ernsthaft klären bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist. Nicht nur unser Land steht vor großen Herausforderungen. Die Folgen der Finanzkrise strahlen auch heute noch aus, die Wirtschaft steht vor zum Teil grundlegenden Umbrüchen und über allem schwebt Corona, sodass ein wenig Stabilität gut wäre, auch aus politischen und gesellschaftspolitischen Gründen.

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